Über Beatrix
Beatrix Bakos, Gastgeberin und ärztlich geprüfte Fastenleiterin der Deutschen Fastenakademie in der Naturresidenz St. Hildegard im Gespräch mit Gitta Hettler aus Wien
Gitta: Wie ist der Gedanke für das Gesundheitshaus St. Hildegard entstanden?
Mein Interesse für Naturmedizin entstand in meiner Kindheit mit der Diagnose einer Augenerkrankung. Mit den Mitteln der konventionellen Medizin schien ein fortgeschrittener Verlauf unvermeidlich und ich war auf der Suche nach Möglichkeiten, meine Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Ein großes Vorbild für mich ist mein Onkel Biscda. Er war ein Pionier der vegetarischen Ernährungsweise in Ungarn und Freund und Wegbegleiter des ungarischen Lebensreformers Béla Bicsérdi. Und meine liebe Jugendfreundin Csilla ist wirklich ein Stern in meinem Leben. Von ihr lernte ich sehr viel über eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise. Inzwischen leben mein Partner Stephan und ich seit 33 Jahren naturnah und vegetarisch. Die vorausgesagte unaufhaltsame negative Entwicklung meiner Augen ist zum Stillstand gekommen, die Dioptrien sind konstant geblieben. Heute kann ich sagen: die Naturheilkunde hat mir die Angst genommen blind zu werden und ich erlebe täglich neu die Freude, dass ich sehen kann. Die Erfahrungen mit der Natur- und Naturmedizin möchten wir jetzt in unserem Gesundheitshaus mit anderen Menschen teilen.
Gitta: Was ist das Besondere an eurem Konzept St. Hildegard Naturresidenz?
Weisst du, wir möchten in St. Hildegard eine Welt entwickeln und aufbauen – und in eine Welt einladen, in der man sich angenommen, beschützt und geborgen weiss. Es geht uns hier um Gemeinschaft, um ein Gemeinschaftsgefühl, um Geselligkeit und Lebensfreude. Wir leben hier auf einem sagenhaft schönem Gelände, im wahrsten Sinne des Wortes naturbelassen – geheimnisvoll und wild, unverfälschter Natur – sozusagen ´Rocky Mountains a la St. Hildegard´.
Gitta: Euer Haus steht wie ein Märchenschloss auf dem Hügel hier in der Landschaft, welche Idee steht dahinter?
Mein Partner Stephan hatte von Kindheit an den Traum von einer Ranch in unberührter Natur in Kanada. Doch in Kanada ist es so kalt (lacht), also hat er sich gegen Kanada entschieden. Und als wir vor 25 Jahren das erste Mal hier an diesem Platz standen, wurde sein Kindheitstraum wiedererweckt und zu dieser Vision. Die großzügige Offenheit der Räume holt die Landschaft in die Gebäude. Es ging uns darum, die Schönheit und den Rhythmus der Natur erlebbar zu machen. Zu jedem unserer Zimmer gehört eine großzügige Terrasse um Luft und Licht zu tanken und die Ruhe zu genießen.
Gitta: Was erwartet eure Gäste in der St. Hildegard Naturresidenz?
Als allererstes: ein echtes Naturerlebnis und Gemeinschaft. Und unsere Gäste erwartet ein breites Gesundheitsangebot mit frischen, regionalen, biologischen Produkten mit den Schwerpunkten Fasten und basischer Vitalkost- unser St. Hildegard RohkostZauber.
Gitta: Was bedeutet das?
Mein Onkel Biscda war ein Pionier des Fastens. Er war immer gesund, und wenn es ihm mal nicht so gut ging hat er gefastet. Unser `St. Hildegard Rohkost-Zauber` ist reich an Enzymen. Wir „kochen“ mit Keimlingen, Sprossen, gedünstetem und gebratenen Gemüse, wertvollen Ölen und Getreide. Bei allen unseren Angeboten geht es um Gesundheitsprävention. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft mit der Deutschen Fastenakademie und dem Fastenarzt Dr. Hellmut Lützner und seiner Tochter Barbara. So beruht unser Fastenkonzept hier in St. Hildegard auf der bekannten Methode Buchinger/ Lützner und dem dfa-Gesunheitsfasten.
Gitta: Und wen sprecht ihr an, was sind die Inhalte eurer Gesundheitswochen?
Wir möchten auch Menschen ansprechen, die lernen wollen, wie man gesunde Nahrung zubereiten kann und ein paar Vitalkost-Tage erleben möchten mit unserem Rohkost-Zauber. Das Buchinger/Lützner Fasten in St. Hildegard sind ein Entlastungstag am Anreistrag, 5 Fastentage mit 2-3 Aufbautagen mit selbst zubereiteter Aufbaukost.
Gitta: Und was macht Ihr noch?
Kräuterwanderungen, Tiefenentspannung nach Veit Lindau, Yoga mit Atemübungen, Qi Gong und Meditation, Gespräche, Vorträge, verschieden Massagen u.a.. Wir bieten diese beiden Programme an und wir vermieten auch das gesamte Ensemble an externe Veranstalter ab mindestens 4 Übernachtungen.
Gitta: Und wie sieht ein klassischer St. Hildegard-Tag aus?
Nach dem Leitmotiv von unserem Vorbild und verehrtem Lehrer Hellmut Lützner „wohnen unter einem Dach, sitzen um einen Tisch, lernen durch Erlebnis und Gespräch“ pflegen wir einen herzlichen, familiären Umgang, wohnen wir mit unseren Gästen unter einem Dach und halten gemeinsame Mahl-Zeit. Ein fester Bestandteil der St. Hildegard-Tage ist ein gemeinsames tätig sein – eine Stunde pro Tag Mitarbeit unserer Gäste im Garten, Haus oder in der Küche. Wir achten auf den Rhythmus von Bewegung und Entspannung. Angefangen wird der Tag mit Morgengymnastik, Kräutertee und Vollwertmüsli je nach Programm, Wanderungen, Mittagsruhe mit Leberwickel. Zwischendurch Massagen und Vorträge.
Gitta: Ja, eure Rocky Mountains a la St. Hildegard – ein wunderschöner Fleck Erde inmitten echter Natur abseits jeglichen Zivilisationstrubels. Wie kommen eure Gäste zu euch?
Nun, St. Hildegard liegt in nur 30 km Distanz zu Budapest. Und von unserem regionalem Mittelpunkt Vác, einer kleinen Barockstadt an der Donau, benötigt der Zug bis Budapest 26 Minuten. Außerdem können in St. Hildegard Kleinflugzeuge gut landen. (lacht) Wir freuen uns auf weitere Gäste aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Österreich.
Gitta: Danke Beatrix, ich freue mich schon aufs Wiederkommen.